{"id":2139,"date":"2023-12-21T12:48:02","date_gmt":"2023-12-21T11:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.esfz.nat.uni-erlangen.de\/esfzweb\/?p=2139"},"modified":"2024-05-05T22:21:14","modified_gmt":"2024-05-05T20:21:14","slug":"die-chemie-der-lebensmittelfarbstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.esfz.nat.uni-erlangen.de\/esfzweb\/2023\/12\/21\/die-chemie-der-lebensmittelfarbstoffe\/","title":{"rendered":"Die Chemie der Lebensmittelfarbstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Farbstoffe sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken, da wir \u00fcberall und st\u00e4ndig damit konfrontiert werden. Um Lebensmittefarbstoffe genauer zu untersuchen, haben wir folgende 3 Experimente durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<p>Bei dem Versuch &#8222;Chemischer Regenbogen im Tomatensaft&#8220; wird Tomatensaft im Standzylinder mit Bromwasser \u00fcberschichtet, sodass es bei der Zugabe zur Blauf\u00e4rbung und nach dem Umr\u00fchren zur Gelb-und Gr\u00fcnf\u00e4rbung kommt. Die rote Farbe von Tomaten resultiert aus dem Farbstoff Lyropin, welcher ein langes Kohlenwasserstoffmolek\u00fcl mit 11 konjugierten Doppelbindungen ist. Bromwasser bewirkt durch das enthaltene Br2\u00a0 eine nucleophile Addition, bei der eine Doppelbindung aufgel\u00f6st, das System unterbrochen und durch 2 k\u00fcrzere Systeme ersetzt wird, sodass das Absorptionsmaximum im kurzwelligen Bereich ist und eine gelbe F\u00e4rbung entsteht. Der II-Komplex, welcher bei dem Reaktionsmechanismus durch Anregung durch Licht gebildet wurde, bewirkt die Elektronenwanderung vom Donator Lyropin zum Akzeptor Brom, wodurch das System vergr\u00f6\u00dfert wird und eine blaue F\u00e4rbung entsteht. Zeitliche Messungen zeigen, dass die F\u00e4rbung 30-60 Minuten anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Reaktionsmechanismus der Synthese eines Azofarbstoffs wurde am Beispiel Beta-Naphthalorange veranschaulicht, indem zu dem im Eisbad gek\u00fchlten farblosen Gemisch aus Sulfanil-L\u00f6sung und Natriumnitrit Salzs\u00e4ure und anschlie\u00dfend Beta-Naphthol hinzugegeben wurde, woraufhin der Farbumschlag nach rot erkennbar war. Da Azofarbstoffe als S\u00e4ure-Base-Indikatoren dienen, haben wir die pH-Abh\u00e4ngigkeit von Beta-Naphthalorange mithilfe Spektralanalyse n\u00e4her untersucht.<\/p>\n<p>Ein weiterer Versuch war der Nachweis von Azofarbstoffen in gef\u00e4rbten Eiern, da Ostereierfarben oft mehrere kennzeichnungspflichtige Farbstoffe enthalten, jedoch keinen Warnhinweis tragen m\u00fcssen, obwohl diese beim Verzeher mit aufgenommen werden. Nachdem wir die Eier hartgekocht imd gef\u00e4rbt haben, untersuchten wir jeweils Eierschale und Eiwei\u00df von rot und gelb gef\u00e4rbten Eiern mit Hilfe von D\u00fcnnschichtchromatographie im Vergleich zum reinen Azofarbstoff-<\/p>\n<p>Das Forschungscamp war eine sehr gute Gelegenheit an dem Thema Lebensmittelfarbstoffe auch experimentell zu forschen.<\/p>\n<p><a href=\"\/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-scaled.jpg\" rel=\"lightbox[2139]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2140\" src=\"\/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"\/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-300x200.jpg 300w, \/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-1024x683.jpg 1024w, \/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-768x512.jpg 768w, \/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-1536x1024.jpg 1536w, \/esfzweb\/esfz\/uploads\/2023\/12\/P1000137-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ronja Pecher und Ian Lehmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Farbstoffe sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken, da wir \u00fcberall und st\u00e4ndig damit konfrontiert werden. 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